Hallo Zusammen,

ich möchte in diesem Beitrag einen kurzem Überblick über mein USA-Tradingdepot geben, welches ich seit einigen Jahren beim US-Broker Interactivebroker führe und auch einige Learnings mitgeben, die ich beim Handel am US-Markt am eigenen Leibe gespürt habe 🙂 Zunächst einmal die Gründe, wieso ich das Depot dort führe. Denn die Vorteile hier sind vielfältig:

  • tolle Software
  • unglaublich günstige Preise bei US-Aktien
  • kein direkter Abzug der Abgeltungssteuer, das muss man in seiner Steuererklärung dann selber machen
  • Shortselling ganz einfach möglich, auch von deutschen Aktien
  • weltweite Kurse abonnierbar
  • Extrem viele Newsquellen abonnierbar
  • Handelslinie verfügbar

Die Software TWS (Traderworkstation) ist wirklich mächtig, auch die App funktioniert toll. Man muss sich eine Zeit dran gewöhnen, dann klappt es aber super.
Interactivebrokers Software TWS

Ich habe das Depot damals mit 20.000 Euro gestartet, am Anfang lief es gar nicht gut. Denn wer den US-Markt mal gehandelt hat wird feststellen, dass die Uhren hier etwas anders ticken als am deutschen Markt

Es geht sehr viel heftiger in die eine oder andere Richtung, und das auch noch viel länger als man sich vorstellen kann. Ein paar Beispiele: Eröffnung mit +50% und danach weitere Steigerung auf +80%

Aber auch andersherum geht es: Ein Unternehmen enttäuscht, eröffnet mit -40% und fällt danach einfach wochenlang weiter. Dieses Szenario hat mich bei Aktien wie 3D System fast mein Depot gekostet. In Deutschland gibt es meistens irgendwann mal eine Gegenbewegung, in den USA muss das nicht vorkommen. Deshalb muss man hier noch viel vorsichtiger sein.

Ich habe mich an den Markt zuletzt aber gut gewöhnt und konnte einige gute Trades ins Ziel bringen. Zu Beginn der Corona-Krise hatte ich viel Cash, bin dann aber zu früh in die ersten Aktien rein. Das Ergebnis kennen wir: Es ging extrem tief an den Märkten, ich hatte im Depot dadurch im Hoch fast 50% Drawdown, vor allem auch weil ich irgendwann die Handelslinie des Brokers genutzt hatte, also quasi über Nacht mit mehr Geld investiert war als ich Cash hatte. Am Drawdown sieht man, dass das schlimm enden kann. Zum Gück war ich hier eher konservativ und habe es nicht übertrieben, die Delle konnte ich voll aufholen und zuletzt wieder ordentlich zulegen.

Depotstand Juni 2000

Aktuell halte ich meist auch viel Cash, ich bin vorsichtig, da ich Respekt vor einer zweiten Welle habe. Aktuell sind 6 Positionen im Depot:

Mit der Performance bin ich sehr zufrieden. 55% Performance in einem Jahr, ich hatte zwischendurch mal 8.000 Euro abgehoben, es wäre also sogar noch deutlich mehr. Die Performance ist nach Gebühren aber wie oben geschrieben vor Steuern. Die Steuern begleiche ich aber durch Gewinne aus meinen anderen Depots, ich möchte das Depot hier noch anwachsen lassen 🙂

In Zukunft gibt es hier monatliche Updates zum Depot, schaut also regelmässig vorbei